Hund trinkt zu wenig? 5 Tipps aus dem Club, einer ging daneben
19. August 2026 · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt:Trinkt dein Hund grundsätzlich wenig, ist sonst aber fit und unverändert, fängst du beim Futter an: etwas Wasser unterrühren oder öfter Nassfutter geben. Geschmack im Napf, zum Beispiel ein Löffel laktosefreier Naturjoghurt, ist Schritt zwei und immer nur in kleiner Menge. Daneben steht immer ein zweiter Napf mit purem Wasser. Ändert sich die Trinkmenge plötzlich deutlich, gehört das in die Tierarztpraxis.
28 Grad draußen, der Napf randvoll, frisches Wasser drin. Dein Hund tippt zweimal an, schleckt kurz, dreht ab und legt sich wieder hin. Kennst du?
Genau diese Frage lief bei uns im BINGO Bite Club durch den Chat: Wie kriege ich meinen Hund dazu, mehr zu trinken? Am Ende standen fünf Ideen im Raum. Vier davon funktionieren. Eine ist bei einem Hund komplett nach hinten losgegangen.
Ist es überhaupt zu wenig?
Ehrliche Antwort vorweg: Die eine Zahl, die für jeden Hund stimmt, gibt es nicht. Wie viel dein Hund tatsächlich aus dem Napf holen muss, hängt vor allem daran, was in seiner Schüssel landet. Nassfutter bringt etwa 70 bis 85 Prozent Wasser mit, Trockenfutter nur rund 10 Prozent. Ein Hund mit Nassfutter deckt also schon beim Fressen einen großen Teil ab und trinkt danach logischerweise weniger.
Deshalb gehen die Richtwerte im Netz auch so weit auseinander. Royal Canin nennt für Hunde mit Trockenfutter 40 bis 150 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, für Hunde mit Feuchtfutter dagegen 5 bis 100 Milliliter. Das widerspricht sich nicht, das ist derselbe Hund mit zwei verschiedenen Futterarten.
Für dich heißt das: Der Richtwert hilft dir weniger, als du hoffst. Was hilft, ist dein eigener Vergleichswert. Du kennst deinen Hund. Wenn er seit Jahren wenig trinkt und dabei topfit ist, dann ist genau das sein Normal.
Eine Grenze gibt es trotzdem: Wenn dein Hund plötzlich deutlich weniger oder deutlich mehr trinkt als sonst, ist das kein Fall für Google und auch keiner für diesen Artikel. Das gehört in die Praxis. Hier geht es um den Hund, der einfach ein mieser Trinker ist, nicht um einen, bei dem sich etwas verändert hat.
Was aus dem Club funktioniert wirklich?
Vier von fünf. Am verlässlichsten läuft alles, was über das Futter geht, also Wasser unterrühren und öfter Nassfutter. Geschmack im Napf klappt gut, aber nicht bei jedem. Und ein Tipp hat bei einem Hund exakt das Gegenteil bewirkt.
Alles, was jetzt kommt, ist gesammelte Erfahrung aus einem Chatverlauf, keine Studie. Was bei der einen läuft, kann bei deinem Hund danebengehen. Tipp fünf zeigt das ziemlich deutlich.
1. Ein Schuss Wasser ins Futter
Der einfachste Einstieg und der Tipp, bei dem im Chat am schnellsten alle genickt haben. Einfach etwas Wasser unter die Mahlzeit rühren.
Klappt bei Trocken- und bei Nassfutter. Dein Hund nimmt das Wasser nebenbei auf, ganz ohne dass er überhaupt an den Napf muss.
Starte mit wenig und steigere langsam. Manche Hunde finden matschiges Futter grauenhaft und lassen dann auch das Fressen stehen, dann hast du zwei Baustellen statt einer. Und falls du Trockenfutter einweichst: nicht stundenlang im Napf stehen lassen, im Sommer erst recht nicht.

2. Öfter mal Nassfutter
Derselbe Weg, nur konsequenter. Nassfutter bringt von Haus aus rund 70 bis 85 Prozent Wasser mit, Trockenfutter etwa 10 Prozent. Der Unterschied landet direkt im Hund.
Du musst dafür nicht komplett umstellen. Eine Mahlzeit am Tag reicht als Hebel, oder du machst es nur an heißen Tagen. Im Chat kam es genau so: öfter mal Nassfutter, und dazu kommt dann noch eine Extraportion Wasser.
Wenn du dauerhaft umstellst, geh schrittweise über ein bis zwei Wochen. Ein zu schneller Futterwechsel ist einer der häufigsten Auslöser für weichen Kot.
3. Ein Löffel laktosefreier Naturjoghurt in den Napf
Der Tipp, den vorher niemand in der Gruppe auf dem Zettel hatte. Und der bei einem Hund am besten funktioniert hat.
Eine kleine Menge laktosefreier Naturjoghurt ins Wasser, umrühren, fertig. Das Wasser schmeckt anders, der Hund geht ran.
Rund wird der Tipp erst durch den ehrlichen Nachsatz aus dem Chat: Bei diesem Hund klappt es so gut, dass sein Mensch irgendwann eingreifen muss, damit er wieder aufhört.
Daraus wird die Alltagsregel: kleine Menge, nicht der ganze Napf, nicht jeden Tag. Es geht um einen Anreiz, nicht um ein neues Lieblingsgetränk. Jemand in der Gruppe hat es Hundeayran getauft. Passt.
4. Leberwurstsüppchen, aber nur an Hitzetagen
Warmes Wasser, ein kleiner Klecks Leberwurst, verrühren. Der Tipp kam mit Lach-Emoji, funktioniert aber bei so ziemlich jedem Hund, weil es nun mal riecht wie das Beste der Welt.
Und direkt der Dämpfer hinterher: Leberwurst ist fett und salzig.
Also kleine Menge, an einem heißen Tag, als Anreiz. Keine Dauerlösung und nichts, was jeden Abend im Napf landet. Wer das täglich braucht, hat kein Trinkthema mehr, sondern ein Gewöhnungsthema.
5. Kokosöl ins Wasser, komplett durchgefallen
Das ist der Tipp, auf den du stößt, wenn du das Thema googelst. In der Gruppe wurde er genau so gefunden und dann ausprobiert.
Ergebnis: Der Hund ist danach gar nicht mehr an den Napf gegangen. Nicht weniger. Gar nicht.
Das heißt nicht, dass Kokosöl grundsätzlich nichts bringt. Es heißt, dass es bei diesem einen Hund das Gegenteil bewirkt hat. Im Chat kam dann der naheliegende Gedanke: Es gibt eben Hunde, denen schmeckt das, und welche, denen schmeckt es nicht.
Alles hier ist ein Vorschlag, kein Rezept. Wenn dein Hund nein sagt, dann sagt er nein.
Warum immer ein zweiter Napf danebengehört
Weil dein Hund sonst keine Wahl mehr hat. Sobald du irgendetwas ins Wasser gibst, egal was, stellst du daneben einen zweiten Napf mit purem Wasser. Schmeckt ihm der Zusatz nicht, trinkt er am Ende weniger als vorher.

Klingt banal, ist aber der wichtigste Satz in diesem Text. Genau das ist in der Community passiert.
Bei sehr kleinen Hunden kommt noch etwas dazu: Die Gesamtmenge ist so klein, dass eine Abweichung kaum auffällt, und viele mögen tiefe Näpfe schlicht nicht. Was das im Alltag bedeutet, steht im Ratgeber zum Chihuahua.
Was hat Trinken mit Flohsamen zu tun?
Flohsamenschalen binden Flüssigkeit. Deshalb steht bei ihnen immer der Hinweis dabei, auf ausreichendes Trinken zu achten. Kurz in eigener Sache, weil es zum Thema gehört: Flohsamenschalen sind mit 21,25 Prozent der größte Rohstoff im Pulver von BINGO, der Trinkhinweis steht also ohnehin auf dem Etikett.
Praktisch heißt das: Pulver übers Futter, Wasser steht bereit. Mehr ist es nicht.
So ist dieser Artikel entstanden
Grundlage ist ein Gesprächsverlauf im BINGO Bite Club im August 2026, an dem sich zahlreiche Halterinnen und Halter beteiligt haben. Aufgenommen haben wir die Tipps, die mehrfach genannt wurden, und zusätzlich den einen, der bei einem Hund nachweislich nicht funktioniert hat. Das ist eine Community und keine Studie. Die Erfahrungen sind nicht repräsentativ und ersetzen keine fachliche Beratung.
Und jetzt?
Such dir zwei Sachen aus, gib jeder ein paar Tage, und schau, was dein Hund davon annimmt. Meistens ist es das Einfachste: der Schuss Wasser im Napf.
Was klappt bei deinem Hund? Genau solche Sachen tauschen wir in der Community aus, da kam dieser Artikel schließlich her.
Dieser Artikel ist eine allgemeine Alltagshilfe und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Beratung. Wenn du dir bei deinem Hund unsicher bist, wende dich an deine Tierarztpraxis.
Häufige Fragen
- Wie bekomme ich meinen Hund dazu, mehr zu trinken?
- Am einfachsten über das Futter: etwas Wasser unter die Mahlzeit rühren oder öfter Nassfutter füttern. Reicht das nicht, kannst du das Wasser geschmacklich aufwerten, zum Beispiel mit einer kleinen Menge laktosefreiem Naturjoghurt. Stell dabei immer einen zweiten Napf mit purem Wasser daneben.
- Wie viel sollte ein Hund am Tag trinken?
- Das hängt vor allem vom Futter ab. Nassfutter enthält etwa 70 bis 85 Prozent Wasser, Trockenfutter rund 10 Prozent, deshalb trinkt ein Hund mit Nassfutter deutlich weniger aus dem Napf. Aussagekräftiger als jeder Richtwert ist, was bei deinem Hund normal ist und ob sich daran etwas ändert.
- Darf ich Wasser ins Trockenfutter geben?
- Ja. Fang mit wenig an und steigere langsam, weil manche Hunde eingeweichtes Futter nicht mögen. Lass angefeuchtetes Trockenfutter nicht stundenlang im Napf stehen, vor allem nicht bei warmem Wetter.
- Ist laktosefreier Naturjoghurt im Wassernapf okay?
- In der Community wird es so gemacht: eine kleine Menge laktosefreier Naturjoghurt ins Wasser gerührt, damit es anders schmeckt. Entscheidend ist die Menge, es geht um einen Anreiz und nicht um ein Dauergetränk. Ein zweiter Napf mit purem Wasser sollte immer danebenstehen.
- Hilft Kokosöl im Wasser?
- Das hängt vom Hund ab. Im BINGO Bite Club gibt es einen Fall, in dem der Hund nach Kokosöl im Napf gar nicht mehr getrunken hat. Wenn du es ausprobierst, dann nur mit einem zweiten Napf purem Wasser daneben.
- Was mache ich, wenn mein Hund bei Hitze zu wenig trinkt?
- An heißen Tagen hilft ein Leberwurstsüppchen als kurzfristiger Anreiz: warmes Wasser mit einem kleinen Klecks Leberwurst. Weil Leberwurst fett und salzig ist, sollte das die Ausnahme bleiben. Dauerhaft besser sind mehr Nassfutter und Wasser unters Futter gerührt.